Willkommen auf der Internetseite der Initiative Moorburgtrasse-stoppen.
Die Verhinderung der von Vattenfall geplanten Fernwärmeleitung vom KoKW Moorburg bis nach HH Altona (die sog. Moorburgtrasse) ist das ursprüngliche Anliegen unserer Initiative gewesen. Diese konnte von einem entschlossenen Bündnis verhindert werden. Ein gleichberechtigtes Anliegen unserer Initiative ist es nun, die Fertigstellung und die Inbetriebnahme des im Bau befindlichen Kohlekraftwerks in Moorburg zu verhindern.
Wir engagieren uns außerdem für eine sozial gerechte, dezentrale und regenerative Energieerzeugung in Hamburg (und weltweit). Wir freuen uns über MitstreiterInnen, Deinen Kommentar auf unserer Seite und auch über Spenden, um unsere bisherige erfolgreiche Kommunikations- und Aktionsarbeit fortsetzen zu können.
Initiative Moorburgtrasse-stoppen

Baustelle Kohlekraftwerk

März 2013:

Vattenfall ist ein schlechter Verlierer
Zitat aus einem Bericht im Abendblatt:
Sechs Wochen nach dem Urteil gegen die geplante Wasserentnahme des Kraftwerks Moorburg aus der Elbe hat das Hamburgische Oberverwaltungsgericht (OVG) das schriftliche Urteil veröffentlicht. Der Energiekonzern Vattenfall will nun prüfen, ob er den Weg der Revision zum Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gehen will, teilte eine Sprecherin am Freitag in Hamburg mit.
Hier geht es zum gesamten Artikel.

Januar 2013:

Erfolg für den BUND und Niederlagen für Vattenfall
Zitat aus einem Bericht im Abendblatt:
Der Energiekonzern Vattenfall hat vor dem Oberverwaltungsgericht einen Rückschlag erlitten. Die Richter haben entschieden, dass das im Bau befindliche Kohlekraftwerk Moorburg kein Wasser für die Kühlung aus der Elbe entnehmen darf. Das Kraftwerk kann zwar dennoch betrieben werden. "Moorburg wird 2014 ans Netz gehen", sagte Konzernsprecherin Barbara Meyer-Bukow. Allerdings bedeutet die Entscheidung auch, dass der Konzern weniger Strom verkaufen kann.
Hier geht es zum gesamten Artikel.
Siehe auch HIER.

allgemein:

Eine Projektbeschreibung (aus Sicht der Haupt-Planungspartner von Vattenfall) findest Du HIER. Der angegebene Zeitplan ist nicht mehr ganz .... einzuhalten.

Es folgt ein Bericht einer Baustellenbesichtigung im März 2012:


Ansicht Klimakillerbaustelle März 2012


 ...Eindruck vor Ort

Zunächst waren wir zusammen mit ca. 25 anderen im sog. Besucherzentrum. Dort gibt es Kaffee und ca. 1e Std. Informationen. Es wird einem hierbei die gesamte technische Funktionalität, wie auch der Stand des Projekts recht anschaulich und kompetent erklärt. Die „Wahrheit“ wird dabei auch schon mal abgekürzt oder umgangen, aber es wird nicht etwa offen gelogen.
Hier ein Ausschnitt aus den für uns besonders interessanten Aussagen während des Vortrags, sowie auch auf Nachfragen.

Fertigstellung und Inbetriebnahme des 1. Blocks ist jetzt bereits für Ende 2013 fest eingeplant. 2014 dann der 2.Block. Die Sache mit den Stahlrissen sei mittlerweile insofern im Griff, als dass „eine Lösung zusammen mit Hitachi“ gefunden worden sei.

Es müssten in jedem, der ca. 90m hohen Kessel jeweils „nur“ ein umlaufender 8 m Streifen ausgetauscht werden. Der sei dann wieder aus dem herkömmlichen Stahl. Darüber und darunter kann der neuartige Stahl, der feine Risse hat aber verbleiben (Anm.: naja..). Das Jahr Verzögerung sei auch durch die „schwierigen Absprachen“ zustande gekommen.

Die Fernwärmetrasse sei wegen Baumbesetzern und Klage des BUND und einer sehr hohen Zahl von 4.700 Einwendungen vorerst gestoppt, wobei lediglich 50 Betroffene beim Erörterungstermin in der extra angemieteten Messehalle erschienen seien.

Momentan werde das GUD – Kraftwerk in Wedel geplant, dass dann die Wärmeversorgung übernehmen könnte. Vattenfall warte bezüglich der Trasse ab, wie behördliche und gerichtliche Entscheidungen laufen.
Hamburg, meine Perlen

Hamburg wolle bis 2050 Co2-neutral werden. Das sei wohl der politische Grund der Stadt die Kohleproduzierte Fernwärme nicht mehr zu wollen. Durch den Ausfall der Wärmeproduktion reduziere sich der Wirkungsgrad von Moorburg erheblich (von ca. 59 auf 48%).

Dennoch sei es natürlich richtig, dass die Fernwärmeproduktion selber auch Co2 emittiert, da sie auf halber Turbinenstrecke bei ca. 250° entkoppelt wird und damit dann die Stromproduktion reduziert wird.

Überhaupt sei die Haltung der Stadt (leider) extrem schwankend zu dem ganzen Projekt: Zunächst ist das doppelte Produktionsvolumen von der CDU eingefordert worden, damit „Hamburg sich wieder selber“ mit Strom und Wärme versorgen kann. Dann kam die GAL und habe alles Erdenkliche torpediert und nun sei es wieder anders.

Moorburg im Zeichen der Energiewende
Dabei habe Vattenfall Moorburg immer als „Kraftwerk für die Stadt“ gesehen. Man „müsse aber mit bestimmten Dingen hier in der Großstadt Hamburg einfach klar kommen, die ja auch tlw. berechtigt sind“...das sei eben anders, als z.B. in der deutlich unkomplizierteren Lausitz.

Ein Kraftwerk von und für Hamburg
Kostenpunkt der Investition wird mit „wir sind jetzt bei 2,6 Milliarden €“ angegeben. Und auf Nachfrage: Ja, Moorburg müsse bei ausreichend Windstrom wegen dem erneuerbare Energien Gesetz wohl häufig herunter „gedrosselt werden“ auf dann ca. 35% der Leistung. Dies ginge binnen wenigen Stunden. Öfter mal noch weiter zu reduzieren würde technisch aber selbst bei „hochmodernen Kohlekraftwerken“, wie Moorburg (leider) nicht funktionieren.

Notfalls würde der nicht mehr zu verkaufende Strom dann im zukünftigen GUD in Wedel in Wärme umgewandelt (Tauchsiederverfahren)...besser, als den umsonst nach Holland zu verklappen...(Anm.: nach dorthin gibt es Transporttrassen, nicht in den Süden von Deutschland).

Eindruck beim Baustellenrundgang:

Insgesamt ist es ein Riesengelände, jetzt in der Bauphase 6 Mal und später 4 Mal so groß, wie das des AKW Brokdorf, bzw. 3x so groß wie das Domgelände auf dem Heiligengeistfeld. Das resultiert vor allem durch die verschiedenen teilweise sehr großen Logistikeinrichtungen – bis hin zu einem eigenen Hafen
...Es ist giganto...empfundene Größe: mittelgroßes Flughafengelände.
Förderband zu Kohlemühle, Kesselhäusern

Und trotzdem ist es extrem eng auf dem Gelände. Es arbeiten ca. 800 Arbeiter dort zeitgleich. Eine ganze Containerstadt steht dort für Tagesunterkünfte, Planungsbüros ect. Deutlich mehr Vorfertigungen als üblich werden außerdem ausgelagert und vor allem im Hafengebiet hergestellt.

Von unserer Führung wird das auch beklagt: Es kneife an allen Ecken und Enden...ein Grund für die extrem lange Bauzeit... und Hamburg habe dann einfach kein zusätzliches angrenzendes Bauplatzgelände rausgerückt...gute Kooperation mit der Stadt sei das jedenfalls an der Stelle nicht gewesen....
Die Baustelle ist im Grunde genommen noch wesentlich größer.
Wir kommen in ca. 1,5 Stunden so einmal um das Gelände rum, mit natürlich Zwischenstopps und weiteren Vorträgen. Fotografieren ist verboten und in das Kerngebäude mit Kesseln und Turbinen dürfen BesucherInnen aus Sicherheitsgründen auch nicht hinein.
Turbinenhalle

Überall ist man schon mit „Feinschliff“ beschäftigt. U.a. werden 34.000 m² Ziegel - Verblendfassade hoch gemauert. Ausschließlich deswegen, damit das auch so von der Optik her sich in Hamburg einpasst. Auch sonst wird sich sichtlich Mühe gegeben mit schnieken, abgerundeten Alublech -Verkleidungen ect.

Man kommt auf dem Rundgang auch an allen möglichen riesigen Silos vorbei, mal Ammoniak, mal Asche, mal für Gips. Kreuz und quer verlaufen Leitungen und Förderbänder.

Aschesilos
Wir sehen eines der 130m – Durchmesser großen Kohle- Kreislager mit gigantischer Holzbaukuppel auch von innen. Davon gibt es 2. Sie sind bereits fertig. In einem dieser Lager können 160.000 to Kohle gelagert werden. Das sind ca. 2,5 Frachter der sog. „Panamaklasse“, also Massengutfrachter, die durch den Panamakanal gerade noch durchkommen.

Ein Riesen Schwenkbagger steht schon in der Mitte bereit, der die „sortenrein gelagerte“ Kohle dann nach Anforderung rauslöffeln wird. Es wird auffällig viel dort in Schallschutz investiert, um die Grenzwerte am 800m entfernten Messpunkt Moorburg Kirche noch einzuhalten.

Dann geht es weiter an den kraftwerkseigenen Hafen. Dort stehen die Entladekräne für die Kohle und auch die Förderbänder schon bereit. Zurzeit werden da noch die Vorfertigungen entladen.
Dort wird den BesucherInnen die „clevere, hoch effiziente Fischvertreibungsanlage“ vorgeführt.
Arbeiter auf dem Dach eines Kohlekreislagers

Zurück hinkt scheinbar der 200 Mio. teure Hybrid – Kühlturm, der ja nur im Sommer hinzu geschaltet werden soll. Der steht als einziges wesentliches Element offensichtlich noch im Rohbauzustand. Hierzu gibt es keine einleuchtende Erklärung. Schließlich wurde der auch schon ohne Genehmigung vor 2 Jahren begonnen. Die Führung konnte man so interpretieren, dass es dort Probleme mit der Gründung / Fundamenten gegeben haben muss... was kein Wunder wäre.

Ansonsten fragt man sich, wofür jetzt noch weitere mind. 1,5 Jahre eigentlich benötigt werden, weil alles andere scheint fertig oder kurz vor der Fertigstellung. Alle großen Turmdrehkräne sind beispielsweise schon wieder abgebaut.

Es gibt auch nicht das geringste Anzeichen dafür, dass der Bau nicht zu Ende geführt oder das Kraftwerk etwa nicht ans Netz gebracht werden soll.

Als Einziges kneifen scheinbar die Betriebsrahmenbedingungen, wie die vorerst ausgefallene Fernwärmeproduktion und das auch dadurch hervorgerufene Dilemma mit dem ständigen „hoch und herunterfahren –müssen“ aufgrund des Vorrangs von Erneuerbaren.

...Was aber eben nicht genug kneift um nicht ans Netz zu gehen, angesichts der Megainvestition und der Standortinteressen.