Willkommen auf der Internetseite der Initiative Moorburgtrasse-stoppen.
Die Verhinderung der von Vattenfall geplanten Fernwärmeleitung vom KoKW Moorburg bis nach HH Altona (die sog. Moorburgtrasse) ist das ursprüngliche Anliegen unserer Initiative gewesen. Diese konnte von einem entschlossenen Bündnis verhindert werden. Ein gleichberechtigtes Anliegen unserer Initiative ist es nun, die Fertigstellung und die Inbetriebnahme des im Bau befindlichen Kohlekraftwerks in Moorburg zu verhindern.
Wir engagieren uns außerdem für eine sozial gerechte, dezentrale und regenerative Energieerzeugung in Hamburg (und weltweit). Wir freuen uns über MitstreiterInnen, Deinen Kommentar auf unserer Seite und auch über Spenden, um unsere bisherige erfolgreiche Kommunikations- und Aktionsarbeit fortsetzen zu können.
Initiative Moorburgtrasse-stoppen

Argumente gegen die Moorburgtrasse

Das Thema Energiepolitik und Wärmeerzeugung ist sehr komplex. Daher erläutern wir an dieser Stelle ausführlich, warum und auf welcher argumentativen Basis wir uns dafür engagieren, daß die Stimme der Vernunft und der Natur in Hinblick auf die Moorburgtrasse zu Gehör kommt.

Also bitte ein paar Minuten Zeit mitbringen. Aber wir versprechen: es lohnt sich! Denn nach der Lektüre dieser Seite kann sich jede/r ganz einfach entscheiden:

KLIMA oder KOHLE 


Daß ein neues Kohlekraftwerk wie das im Bau befindliche in Moorburg in Zeiten des Klimawandels zusätzlich zu den bestehenden ein klimapolitischer Irrsinn ist, darüber brauchen wir ja nicht mehr diskutieren. Denn wer heute noch, wo kein ernstzunehmender Klimaforscher mehr die negativen (weil beschleunigenden) Auswirkungen der massiven CO2 Emisssionen von Kohlekraftwerken auf den Klimawandel bestreitet, noch für Kohlekraftwerke ist, den können wir eh nicht überzeugen.
Aber auch von den Menschen, die eigentlich gegen das KoKW Moorburg sind, bekommen wir oft zu hören: Nun ist dieses KoKW Moorburg nicht mehr zu verhindern, dann laßt uns doch die Fernwärme nutzen, die ist doch eh >schnipp< da.

Diese Aussage ist leider in Bezug auf die geplante Fernwärme aus dem KoKW Moorburg in zweifacher Hinsicht falsch!

Zum einen ignoriert die Aussage, daß für den Transport eben dieser Fernwärme durch Hamburg eine gigantische Trasse gebaut werden muß.
Opens external link in new window  Die genauen Informationen und Auswirkungen stehen hier. 

Zum anderen handelt es sich bei Fernwärme aus dem KoKW Moorburg um Wärme, für die Kohle verbrannt werden muß. Es handelt sich dabei eben gerade nicht um "Abwärme".

Der zweite Punkt ist besonders wichtig, denn oft wird (von Vattenfall)  behauptet, die Fernwärme aus dem KoKW Moorburg sei reine Abwärme und damit CO 2 neutral. DAS IST FALSCH.

Richtig ist:
Würde statt des Steinkohlekraftwerks Moorburg ein Erdgas-GuD-Kraftwerk an das Fernwärmesystem angeschlossen, ließen  sich  bei  konstantem  Fernwärmeabsatz  von 5 TWh/a 0,23 Mio. t CO 2 im Jahr einsparen. Das entspricht 20% der Emissionen aus der Fernwärme. Wenn  man  ein  Biomasse-Kraftwerk errichten würde, beliefe sich die Einsparung auf 0,45 Mio. t CO 2  im Jahr oder 40%. Das Kraftwerk Moorburg würde dann ausschließlich zur Stromerzeugung eingesetzt.
Diese Aussage haben wir uns nicht ausgedacht. Diese Aussage steht in dem Opens external link in new window  Basisgutachten zum Masterplan Klimaschutz für Hamburg, in Auftrag gegeben von der BSU, veröffentlicht im Oktober 2010 und für jede/n öffentlich einsehbar. Seitdem wurde diese Aussage auch von niemanden in Zweifel gezogen, weder von Vattenfall noch von jemand anderen.

Das ist erstaunlich.

Denn der CO 2 Ausstoß, der laut Gutachten durch Fernwärme erzeugt im KoKW Moorburg entsteht, hat eine ganz konkrete Folge:
Hamburg hat sich das Ziel gesetzt, seine energiebedingten Kohlendioxid-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 zu verringern. Dazu muss es den jährlichen CO2-Ausstoß gegenüber dem Stand von 2006 um 5,5 Mio. Tonnen verringern.
Das Basisgutachten zum Masterplan Klimaschutz für Hamburg zeigt auf, dass bei konsequenter Umsetzung der bestehenden Regelungen zum Klimaschutz auf Ebene der EU, des Bundes und Hamburgs im Jahr 2020 3,9 Mio. t CO2 weniger ausgestoßen werden als 2006.(...) "Es verbleibt für das Jahr 2020 eine Lücke von weiteren 1,6 Mio. t CO2, die durch zusätzliche Maßnahmen und Instrumente geschlossen werden muss. Den größten Beitrag von bis zu 0,45 Mio. t kann dabei die Fernwärmeversorgung leisten, wenn sie künftig CO2-arm, d.h. ohne den Einsatz von Steinkohle, erfolgt."
Dieses bedeutet im Umkehrschluß:
Mit einer Fernwärmeversorgung unter Einsatz von Steinkohle wird Hamburg seine Klimaschutzziele nicht erreichen!

Nochmals:
die obigen Aussagen stehen in einem offiziellen Gutachten, das von der BSU in Auftrag gegeben wurde. Stadt, Behörde und Vattenfall kennen das Gutachten ... und nichts passiert. Am 1.2.2011 stellte Vattenfall den neuen Antrag auf Baugenehmigung für die Fernwärmetrasse.

Findige Menschen Vattenfall Presseleute wenden an dieser Stelle ein, daß der Austausch des alten stinkenden häßlichen KoKW in Wedel gegen das moderne saubere schöne KoKW Moorburg ein Gewinn für das Klima wäre. Hmmm ... das ist immerhin fast richtig. Die Vattenfall Presseleute müßten nur "Klima" durch "Vattenfall" ersetzen, dann ist es korrekt:

Der Austausch des alten stinkenden häßlichen KoKW in Wedel gegen das moderne saubere schöne KoKW Moorburg ist ein (ökonomischer) Gewinn für Vattenfall.


Kein ökologischer für das Klima. Wir zitieren wieder aus dem Gutachten:
"Derzeit ist geplant, das Heizkraftwerk in Wedel durch einen Anschluss des im Bau befindlichen Steinkohle-Kraftwerks in Hamburg-Moorburg an das Fernwärmenetz zu ersetzen. Als Folge  davon  würden  die  spezifischen  CO 2 -Emissionen  aus  der  Fernwärme  bei  konstantem Absatz  annähernd  gleich  bleiben."

Damit fällt Vattenfalls gesamte greenwashing Argumentation "dort das stinkende KoKW Wedel, hier das saubere KoKW Moorburg" in nichts zusammen.

Theoretisch könnte Vattenfall aufgrund dieser genannten Fakten jetzt einlenken und sagen: "Ja, Kohle ist ein völlig falscher klimaschädlicher Energieträger und deshalb machen wir das, was sämtliche seriösen Klimaforscher schon lange fordern: wir verzichten auf Kohle, verfeuern Biomasse, erzeugen die Fernwärme damit regenerativ und transportieren sie dann durch die Moorburgtrasse."

Man wird ja mal 10 Sekunden Träumen dürfen ... aber da gibt es ganz konkret vier Albträume, die diesen Traum zerstören:

  1. Vattenfall denkt überhaupt nicht daran, auf Kohle als Energieträger zu verzichten
  2. ist Biomasse als Energieträger für Großkraftwerke umstritten
  3. müssen für die Trasse weiterhin hunderte Bäume gefällt und eine gigantische Baustelle in Kauf genommen werden
  4. ist die Trasse völlig überflüssig

Zu Punkt 4 ist anzumerken, daß es Vattenfalls Albtraum ist, daß das jemand in Hamburg merkt. Liebe Leute von Vattenfall: wir haben es bemerkt. 

Wir zitieren zum letzten Mal (versprochen) aus dem Gutachten zum Masterplan Klimaschutz:

(..) Die dritte und zweckmäßigste Möglichkeit ist, das Fernwärmenetz in Subnetze zu zerlegen. Dies hätte den Vorteil, dass der hydraulische Betrieb deutlich einfacher würde und bei geringeren Drücken erfolgen könnte. Zudem wären geringere Vorlauftemperaturen möglich. Dies würde die Einbindung erneuerbarer Energien und gegebenenfalls verfügbarer Abwärme aus Gewerbebetrieben erleichtern. Es könnte zudem ein Wettbewerb im Betrieb dieser Subnetze hergestellt werden, der innovative Lösungen befördern würde. Weiter könnte es Dritten ermöglicht werden, Wärme in die Netze einzuspeisen. Und es könnte für einzelne Teilnetze auch entschieden werden, diese nach der gründlichen Sanierung der Mehrzahl der Gebäude ggf. stillzulegen. Wenn das Kraftwerk Moorburg einmal mit dem Fernwärmenetz verbunden ist, werden viele dieser Überlegungen hinfällig. Weder Vattenfall noch ein möglicher anderer Betreiber des
Netzes wird die dann im wahrsten Sinne des Wortes versenkten Kosten einfach abschreiben und die neugebaute Leitung außer Betrieb nehmen. (Quelle: Masterplan-Gutachten, S. 73)

Wir fassen zusammen: 
  • eine Versorgung mit Fernwärme aus dem KoKW Moorburg unter Einsatz von Steinkohle produziert alleine pro Jahr ca. 0,45 Mio t CO 2
  • die Fernwärme-Erzeugung im KoKW Moorburg wird annähernd gleich viel CO 2 produzieren wie im bisherigen Kraftwerk Wedel
  • eine zentrale Versorgung aus dem KoKW Moorburg würde den Wettbewerb und zukunftsorientierte bessere dezentrale Lösungen verhindern
  • müßte die Fernwärmetrasse erst noch gebaut werden!

Alle diese Argumente stehen schwarz auf weiß in diesem Gutachten.

Anstatt daß die verantwortliche Behörde und die Stadt die notwendigen Konsequenzen ziehen, Vattenfall die Genehmigung verweigert und zusammen mit den Experten von Umweltschutz-Initiativen und unabhängigen Sachverständigen nach alternativen Lösungen sucht, passiert nichts ....

... wenn wir nicht alle mitmachen und einen Richtungswechsel einfordern!.

WIR ALLE SIND AUFGERUFEN, AKTIV ZU WERDEN.

Brauchst Du noch weitere Argumente?
Dann schicke uns eine E-Mail oder komme zu unseren Treffen!

Brauchst Du keine weiteren Argumente und möchtest der Wahrheit zu ihrem Recht verhelfen? Dann komme zu unseren Treffen und zu unseren Aktionen. 

Mach mit! Wir müssen viele werden, die laut sind. 

Welche Position wir allgemein zu den Themen Kohlekraft, Atomkraft und Klimagerechtigkeit haben, findest Du unter Die Ini

Übrigens:
Bereits 2008 wollten 68 Prozent der Deutschen keine neuen Kohlekraftwerke. Forsa befragte laut BUND am 10. und 11. März 2008 insgesamt 1005 Bundesbürger.

Mehr Infos dazu unterOpens external link in new window "Mehrheit der Deutschen gegen Kraftwerk Moorburg"

Alternativ-Szenarien gab es damals auch schon:
Opens external link in new window Kohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg klimaschädlich und unwirtschaftlich / BUND-Studie zu Alternativen


Ebenfalls 2008 gab esOpens external link in new window eine erfolgreiche Volkspetition gegen das KoKW Moorburg. Nicht, daß dies den damaligen CDU-Senat oder gar Vattenfall interessiert hätte ... aber es sei der Vollständigkeit halber erwähnt.
So, und wenn Du es bis hierher geschafft hast, dann darfst Du Dir zur Belohnung noch ein Opens external link in new window Fernseh-Interview ansehen, in dem im Januar 2010 der damalige Hamburger Staatsrat in der BSU, Christian Maaß, unsere Standpunkte mit denen der Stadt Hamburg in Einklang bringt. (Warum sich die BSU dann trotzdem immer wieder zum Büttel Vattenfalls macht, bleibt ihr Geheimnis. Wir meinen: Bürgerwohl geht vor Konzerninteressen!)

Da die Begriffe die „Klimawandel“ und „globale Erwärmung“ von der Presse immer häufiger durcheinander gewürfelt benutzt werden, sollten wir hier diese Begriffe eindeutig definieren und Missverständnisse schon im Vornherein zu umgehen.


Definition globale Erwärmung

Unter dem Begriff globale Erwärmung verstehen wir die durch den Menschen ausgelöste Klimaveränderung. Also alle Veränderungen am Klima welche durch Aktionen des Menschen verursacht worden sind. Vorerst ist es egal ob diese Positiv oder Negativ sind. Da sich das Klima durch diese Veränderungen eher zum Negativen als zum Positiven wandelt wird dieser Begriff fast ausschließlich für die negative Veränderung des Klimas verwendet. Erste Klima Veränderungen auf Grund der globalen Erwärmung kamen mit dem Beginn der Industrialisierung. In diesem Zusammenhang werden oft Schlagwörter wie Treibhauseffekt, Treibhausgase oder auch Kohlenstoffdioxid genannt. Nähre Informationen hierzu finden sie unter Klimwandel-Ursachen.


Definition Klimawandel

Oft wird dieser genau gleich wie der Begriff globale Erwärmung verwendet, was aber genau genommen falsch ist. Den unter dem Begriff Klimawandel versteht man nicht nur die globale Erwärmung, welche weiter oben genau definiert wurde, sondern zusätzlich die Erwärmung der Erde durch natürliche Klimaschwankungen. So gibt es schon immer einen Zyklus bei dem auf eine Eiszeit eine Wärmeperiode folgt und nun ist eine Wärmeperiode an der Reihe. Diese beiden Faktoren werden zusammen als „Klimawandel“ bezeichnet.


Warum ist CO² überhaupt gefährlich?

CO² ist ein Gas, das zum Beispiel bei der Verbrennung fossiler Stoffe, wie Öl oder Kohle, sowie bei der Atmung des Menschen frei wird.

Vor Millionen von Jahren, als sich diese Stoffe bildeten, wurde der Atmosphäre dieses CO² langsam entzogen und der Kohlenstoff (welcher bei der Verbrennung zu Kohlenstoffdioxid wird) Luftdicht unter der Erde eingeschlossen.
So wurde die Lebensatmosphäre geschaffen, in der die Menschheit sich entwickelt hat.
 
Aber heute wird dieses eingeschlossene CO² vor allem durch den Abbau und bei der Verbrennung fossiler Einsatzstoffe (Kohle, Gas, Öl) in unserem industriealisierten Zeitalter in viel zu großen Mengen wieder freigesetzt. Dadurch gefährden wir selbst unsere Lebensumgebung.


Was passiert mit dem überschüssigen CO²?

Leider wird das CO² welches nicht von der Atmosphäre aufgenommen werden kann nicht ins Weltall abgegeben. Dies kann auch nicht von der Ozonschicht gespeichert werden. So bleibt es also innerhalb der Atmosphäre gespeichert. Dies führt zu einem höheren Energieanteil innerhalb der Erdatmosphäre,(= Erwärmung) was auch Treibhauseffekt genannt wird.