Willkommen auf der Internetseite der Initiative Moorburgtrasse-stoppen.
Die Verhinderung der von Vattenfall geplanten Fernwärmeleitung vom KoKW Moorburg bis nach HH Altona (die sog. Moorburgtrasse) ist das ursprüngliche Anliegen unserer Initiative gewesen. Diese konnte von einem entschlossenen Bündnis verhindert werden. Ein gleichberechtigtes Anliegen unserer Initiative ist es nun, die Fertigstellung und die Inbetriebnahme des im Bau befindlichen Kohlekraftwerks in Moorburg zu verhindern.
Wir engagieren uns außerdem für eine sozial gerechte, dezentrale und regenerative Energieerzeugung in Hamburg (und weltweit). Wir freuen uns über MitstreiterInnen, Deinen Kommentar auf unserer Seite und auch über Spenden, um unsere bisherige erfolgreiche Kommunikations- und Aktionsarbeit fortsetzen zu können.
Initiative Moorburgtrasse-stoppen

Freitag, 20. März 2015

Dankeschön

Vor 5 Jahren, Mitte März 2010 stiegen die BaumbesetzerInnen im Gählerpark in Altona von den Bäumen herab, die sie den ganzen Winter hindurch, seit Dezember 2009 vor der Vernichtung durch Vattenfall geschützt hatten. Damit beendeten sie eine der wohl längsten und wohl auch erfolgreichsten Baumbesetzungen in Deutschland.
Ein Dankeschön von Astrid Matthiae, aus der Initiative Moorburgtrasse stoppen.

„Wahrscheinlich nicht“ antwortete kürzlich ein ehemaliger Vattenfall-Manager auf die Frage, ob denn das Kohlekraftwerk Moorburg rentabel laufen könne. Dabei ging es nicht um Rentabilität im üblichen Sinne. Bekanntlich hat Vattenfall eine Milliarde Euro von der Investitionssumme des Kohlemeilers sowieso schon abgeschrieben. Es ging auch nicht um die verbliebenen knapp zwei Milliarden. Auch die werden durch den Betrieb nicht hereinkom- men, schätzte der Energieexperte. Nein, es ging um die Frage, ob Vattenfall allein mit dem laufenden Betrieb rentabel sei oder nicht. „Wahrscheinlich nicht.“ Und die Begründung kam gleich hinterher: „Sie müssen sehen, als es geplant, bzw. gebaut wurde, im Jahr 2007, da war der Strompreis noch zwei- bis dreimal höher als jetzt. Damit hat man kalkuliert“.
Wer sich ein bisschen im Internet umsieht, findet: Großverbraucher bekamen ihren Strom im Jahr 2014 im Rahmen mittelfristiger, d.h. mehrjähriger Verträge an der Börse für deutlich unter 4 , z.T. sogar um die 3,3 € Cent pro kWh. Zu diesem Preis kann das Kohlekraftwerk Moorburg noch nicht einmal produzieren, geschweige denn gewinnbringend arbeiten.
Für moderne Kohlekraftwerke liegen die Stromgestehungskosten, in diesem Fall Betriebskosten + Investitionen, bei „bestenfalls“ 6 eher 8 ct/kWh. 

Und wenn dann noch die Fernwärme fehlt........... Oh je.
Gerade sie war für Vattenfall dank seiner Monopolstellung eine Gelddruckmaschine. Und da die Fernwärmeleitung vom damals (2009/10) im Bau befindlichen Kohlekraftwerk Moorburg die Wärmeversorgung von Vattenfalls altem und klapprigen Heizkraftwerk Wedel ersetzen sollte, war die Baumbesetzung im Gählerpark die letzte Möglichkeit, Vattenfalls klimaschädliche Geschäftsabsichten noch irgendwie zu beeinträchtigen, um es mal so zusagen.
Von Anfang Dezember bis kurz vor Weihnachten 2009 bezogen insgesamt 15 (in Worten fünfzehn) Beherzte Quartier auf den Bäumen im Gählerpark im Osten Altonas. Mitte Januar 2010 kam noch ein Nachzügler hinzu. Stellvertretend möchte ich nennen: Olivia und Jürgen, die aus der Nachbarschaft kamen, sowie Cécile, Aglaia, Stefan und Daniel von Robin Wood und den Hinz-und-Künztler Kay.

Zusammen habt Ihr etwas Unglaubliches gemacht: von Dezember 2009 bis Mitte März 2010 habt Ihr bei extremer Kälte auf den Bäumen im Gählerpark gelebt und damit ein unübersehbares Zeichen für Klimaschutz und eine liebenswerte Umwelt gesetzt. Gut drei Monate, das heißt 90 Tage und mehr, Tag und Nacht. In dem Winter war monatelanger Dauerfrost von bis zu 15°C Minus.
Ich kann es immer noch nicht fassen, was Ihr da geleistet habt. 
 
 
Durch Eure mutige Aktion habt Ihr Tausende von Menschen in Bewegung gebracht,

sich aktiv einzusetzen, Stellung zu beziehen für Klimaschutz im Großen und im
sogenannten Kleinen.
Auf der Website von Moorburgtrasse stoppen hab ich mir noch mal die beiden Filme
angesehen, die es da von der Baumbesetzung 
 gibt.
Ja, Bravo, die Moorburgtrasse ist gestoppt, die Parks, der Gählerpark, der Suttnerpark und der Lunapark sind erhalten, insgesamt 400 Bäume. Allein dafür hätte es sich schon gelohnt, auch wenn der Richter der ersten Instanz meinte, 400, das wären zu wenig, und der Prozess verloren schien. Aber dann konnte jemand von Moorburgtrasse stoppen eine Finanzspritze für die Gerichtskosten organisieren, und der BUND ließ sich dankenswerterweise dazu bewegen, für uns auch in die 2. Instanz, also zum Oberverwaltungsgericht, zu gehen. Der Richter dort fand den von der
GRÜNEN Senatorin einbeschlagenen Weg, die gigantische Fernwärmeleitung die ganze Strecke von Moorburg bis Altona Nord im Rahmen eines Plangenehmigungsverfahrens durchzusetzen, ebenso wenig gesetzeskonform wie wir und entschied, die Frau Senatorin mit seinem Urteil für ein Planfestellungsverfahren wieder auf den Pfad des Rechts zu bewegen. Statt behördeninterner „Abstimmung“ erst mal Vorberei-tung öffentlich präsentierbarer Pläne, deren öffentliche Auslegung und nach einer Einwen-dungsphase deren öffentliche Erörterung, alles zusammen eine Atempause von mindestens 1 ½ Jahren.
Aber ohne die Baumbesetzung wäre alles „nach Plan“ verlaufen, und für den Baubeginn die Bäume umgesägt worden, im ersten Quartal 2010.
Stattdessen wurde die Unterstützung immer breiter: nicht respektvolle Distanz, wie sie manche spektakuläre Aktion hervorrufen kann, sondern Unterstützung und Hilfsbereitschaft war die Reaktion. Die da oben in den Bäumen brauchten ja täglich Hilfe von unten.
Ob alt und schon etwas gebrechlich oder jung und fit, ob Konditor oder Tischlerin, ob Schülerin oder Kindergartenkind, ob Chor oder Musikerin, ihnen allen habt Ihr die Möglichkeit gegeben, zu unterstützen, und sie haben es getan.Hinzu kam, dass sich 1.200 Menschen oder sogar mehr bereit erklärt hatten, im
Notfall ganz schnell in den Parkt zu kommen und die Bäume zu schützen. Denn die
Bedrohung, dass die Bäume gefällt werden sollten, war ja akut.
Auch von außerhalb Hamburgs kam Unterstützung.
Von den BaumbesetzerInnen kamen ebenfalls nicht alle aus Hamburg. Zwei waren sogar aus der Lausitz. Erst als wir auf das OVG-Urteil anstießen, erzählten Daniel und Stefan, was Vattenfall mit seinen Brauenkohletagebauen dort anrichtet. Seitdem gibt es aus unsern Kreisen hin und wieder Veranstaltungen und Infoaktionen zur Unterstützung der KlimaschützerInnen in der Lausitz. Aber das ist ja nix gegen die drei Monate lange Baumbesetzung bei schlimmster Kälte.
Das Ziel ist vielleicht nicht ganz erreicht. Aber die Bäume stehen, die Moorburgtrasse ist endgültig gestoppt, und wir haben Vattenfall einen kräftigen Strich durch die Rechnung gemacht. 

Statt sprudelnder Gewinne ein Verlustgeschäft, es sei denn Minister Gabriel lässt sich von den ewig Gestrigen der Energiebranche unter Druck setzen und bastelt für sie ein `Strommarktdesign- oder Kapazitätsmarkt-Gesetz´, um ihre fossilen Großkraftwerke zu subventionieren. Da haben wir also noch zu tun. Lt. aktueller Angaben von UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon gehen Schäden von rund 300 Mrd. $ auf das Konto von Wetterkatastrophen, pro Jahr; durch sie seien allein im Jahr 2013 22 Mio. Menschen vertrieben worden, so das norwegische Flüchtlingszentrum IDMC.
Und was bei uns die Dreckschleuder in Wedel und seine Fernwärme anbelangt, die BI Wedel/Rissen schlägt sich wacker und sorgt dafür, dass man wohlige Wärme in Hamburgs Westen bald auch mit deutlich besserem Gewissen genießen kann, besonders dann, wenn sich alle Verantwortlichen an den Volksentscheid halten.
Aber ohne Euern beherzten Einsatz auf den Bäumen im Gählerpark wäre ganz vieles und Entscheidendes nicht in Gang gekommen.

Fühlt Euch umarmt
von Astrid aus der BI Moorburgtrasse stoppen

PS
Seit Kurzem hab ich ein Sparschwein. Das füttere ich suutje mit Busgeld für eine Reise nach Kalkar oder Zwentendorf. Dort kann man gucken, wie man aus Investitionsruinen der Energiegiganten Erlebnisparks macht. Wer kommt mit?

Sonntag, 8. März 2015

Verhindert die verhinderte Fernwärmetrasse das KoKW Moorburg?

Leider nein.
Das KoKW Moorburg ist inzwischen ans Netz gegangen.

Aber noch niemals hat Vattenfall durch seinen zuständigen Märchenonkel Pieter Wasmuth dermaßen offen zugegeben, daß das KoKW wegen des verhinderten Fernwärme-Verkaufs an der Wirtschaftlichkeit entlang schrammt.
Hier im NDR Bericht.

Auch wenn wir also die Inbetriebnahme nicht verhindern konnten, so haben wir doch 2 Dinge erreicht:
1. wir haben die extrem klimaschädliche Wärmeauskopplung aus dem KoKW Moorburg verhindert
2. wir haben die Voraussetzung dafür geschaffen, daß weitere verschärfte Bedingungen in den kommenden Jahren dafür sorgen könnten, daß der Betrieb des KoKW tatsächlich unwirtschaftlich wird - und es zur Abschaltung kommt.


Freitag, 6. März 2015

Scholz und der Wind of Change

Manchmal muss man genau hinhören, um den Wind of Change zu hören ... bzw. in diesem speziellen Fall durch das Nicht-Hören zu spüren....

mehr unter: stop greenwashing: Scholz und der Wind of Change