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Die Verhinderung der von Vattenfall geplanten Fernwärmeleitung vom KoKW Moorburg bis nach HH Altona (die sog. Moorburgtrasse) ist das ursprüngliche Anliegen unserer Initiative gewesen. Diese konnte von einem entschlossenen Bündnis verhindert werden. Ein gleichberechtigtes Anliegen unserer Initiative ist es nun, die Fertigstellung und die Inbetriebnahme des im Bau befindlichen Kohlekraftwerks in Moorburg zu verhindern.
Wir engagieren uns außerdem für eine sozial gerechte, dezentrale und regenerative Energieerzeugung in Hamburg (und weltweit). Wir freuen uns über MitstreiterInnen, Deinen Kommentar auf unserer Seite und auch über Spenden, um unsere bisherige erfolgreiche Kommunikations- und Aktionsarbeit fortsetzen zu können.
Initiative Moorburgtrasse-stoppen

Sonntag, 22. Januar 2012

"Bundespresident" in Hamburg bereits abgewählt – satirische Aktion beim Hamburger Presseball 2012 gegen Hauptsponsor Vattenfall

Samstag abend protestierte die Presseabteilung der Initiative Moorburgtrasse-stoppen gegen das Auftreten des Vattenfall Konzerns als Hauptsponsor des Hamburger Presseball 2012. Die Initiative wirft der „Stiftung der Hamburger Presse“ und der Landespressekonferenz als Veranstalter vor, die nötige Distanz zu dem umstrittenen Hamburger Großunternehmen vermissen zu lassen.

Ausgestattet mit einer „persönlichen Einladung“ durch den "Bundespresidenten" machte die Presseabteilung in einem satirischen Interview klar, wie grotesk sich die Hamburger Presse im Verhältnis zu Sponsoren einerseits und in der Berichterstattung zur Affäre des Bundespräsidenten andererseits verhält. Deutlich machten die Pressevertreter der Initiative dies am Beispiel des Hauptsponsors Vattenfall.



Jedem muß klar sein, daß es Vattenfall darum geht, durch das Sponsoring die Meinung und damit die Berichterstattung über sich positiv zu beeinflussen. Wörtlich heißt es auf der Webseite www.hamburger-presseball.de: „Aufgrund seiner gesellschaftlichen Bedeutung bietet der Ball eine ideale Präsentationsplattform für Unternehmen.“
Natürlich gilt dies auch für die anderen Hauptsponsoren des Presseballs. Aber unzweifelhaft steht kein anderes Unternehmen dermaßen in der Kritik der Öffentlichkeit in Hamburg wie Vattenfall. Erst diese Woche entschied das Bundeskartellamt, daß Vattenfall sein Fernwärmemonopol in Hamburg zugunsten auch anderer Anbieter öffnen muß. Ebenso umstritten war bis Ende 2011 die von Vattenfall vehement geforderte Moorburgtrasse, die nur durch massiven Protest von Anwohnern und Umweltschützern verhindert werden konnte. Außerdem steht auch das KoKW Moorburg weiterhin in der Kritik, weil es die Energiewende für Hamburg auf Jahrzehnte verhindern wird. Im Raum steht außerdem eine Klage Vattenfalls vor dem Schiedsgericht der Weltbank gegen Deutschland wegen der Energiewende.

„Dies sind alles Gründe, warum gerade die Hamburger Presse von sich aus eine kritische Distanz zu Vattenfall bewahren sollte, um unparteiisch, objektiv und kritisch die Auseinandersetzung um die Energiewende in Hamburg zu begleiten. Es ist bedauerlich, daß sie das aber offensichtlich nicht tut“, so die Aktivisten der Initiative. „Wenn man ohne die finanzielle Hilfe solcher Sponsoren wie Vattenfall einen Ball nicht durchführen kann, dann müssen sich die Veranstalter fragen, ob der Ball nicht eine Nummer zu groß ist. Schließlich werfen die Medien auch dem Bundespräsidenten vor, in den „falschen Kreisen“ zu verkehren.

Als Nachhilfe für die Veranstalter führten die Pressevertreter daher im Eingangsbereich ein satirisches Interview und legten am Empfang des Presseballs persönliche Einladungsschreiben des "Bundespresidenten" vor. Jedoch mußten die Pressevertreter der Initiative leider erkennen, daß eine Einladung des "Bundespresidenten" in Hamburg nichts mehr gilt (und manche Menschen im Medienbereich auch keine Satire erkennen, wenn man sie ihnen im wahrsten Sinne des Wortes vor die Nase hält).
Kleine Anekdote am Rande:
Erstaunlich war an dem Abend des Verhalten des Sicherheitspersonals gegenüber einer Presseaktion bei dem Presseball. So wurden die Pressevertreter der Initiative ohne Berechtigung am Verlassen des Veranstaltungsortes gehindert. Erst die herbeigerufene Polizei konnte das Sicherheitspersonal auf die Schranken ihrer Tätigkeit hinweisen und den Pressevertretern der Initiative das Verlassen der Veranstaltung ermöglichen. Hier sollte in Zukunft durch die Veranstalter ebenfalls dringend Nachhilfe gegeben werden.

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