Hamburg, 23. November 2011
Moorburgtrasse nicht genehmigungsfähig / Erörterungstermin bestätigt ignorante Unternehmenspolitik von Vattenfall
Gemeinsame Pressemitteilung des BUND und der Initiative zum Erörterungstermin
Hier im Wortlaut:
Nachdem
alle wesentlichen Themen während des Erörterungstermins zur
Moorburg-Trasse abgehandelt wurden, kommen der BUND Hamburg und die BI
Moorburg-Trasse stoppen! zu dem Fazit, dass das Vorhaben nicht
genehmigungsfähig ist. Eine zukünftige Fernwärmeversorgung mit
Kohlebefeuerung kollidiert eindeutig mit den Klimaschutzzielen der
Hansestadt. Vattenfall beabsichtigt, die Baukosten für die teure Trasse
auf die Kunden umzulegen, was zu einer erheblichen finanziellen
Mehrbelastung von mehreren 100.000 Kunden führt. Außerdem würde der auf
drei Jahre angesetzte Bau der Trasse zu einer enormen Einschränkung des
Verkehrs an der Holstenstraße führen und unter anderem die Endo-Klinik
in Altona mit Baulärm stark belasten. Der Trasse fielen zudem mindestens
333 Bäume zum Opfer.
„Ein öffentliches Interesse an der Fernwärmetrasse ist nicht gegeben. Damit fehlt der Trasse die Legitimation, zumal deutlich klimaverträglichere Alternativen vorhanden sind. Einer Diskussion etwa über ein hocheffizientes Gaskraftwerk am Standort Wedel hat sich Vattenfall aber auf dem Erörterungstermin verweigert“, so Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des BUND Hamburg.
Erheblichen Aufklärungsbedarf sehen BUND und Bürgerinitiative auch zur Untertunnelung des Docks 17 von Blohm und Voss. Das Unternehmen hat während des Erörterungstermins seine Bedenken bekräftigt und einen anderen Verlauf des Trassentunnels gefordert. Die von Vattenfall ins Spiel gebrachte Alternative würde aber deutlich näher an den Alten Elbtunnel heranrücken und möglicherweise dort problematische Setzungen auslösen. Ebenso risikoreich bleibt die Untertunnelung von 140 Gebäuden in St. Pauli Süd.
„Vattenfall hat während des Erörterungstermins einmal mehr versucht, die Fernwärmetrasse schön zu reden. Während des gesamten Termins kamen zudem keinerlei kritische Anmerkungen von Seiten der BSU. Vieles deutet darauf hin, dass die Genehmigung sowieso feststeht. Wir sind allerdings ohnehin davon ausgegangen, dass wir die Moorburgtrasse nur durch breiten Protest und durch direkten Widerstand gegen die Baustelle stoppen können“, so Volker Gajewski von der BI Moorburgtrasse stoppen!
BUND Hamburg und die BI Moorburgtrasse stoppen! fordern die Planfeststellungsbehörde (BSU) auf, die Trasse nicht zu genehmigen. Vielmehr muss die BSU dafür Sorge tragen, dass die Fernwärmeversorgung Hamburgs entsprechend den Aussagen ihres eigenen Gutachtens (Basisgutachten Masterplan Klimaschutz) klimaverträglich und dezentral organisiert wird.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen